Handwerk und Handel

Die Arbeitsgruppe Handel und Handwerk  kümmert sich um die Themen, die für die zahlenmäßig größte Unternehmer*innen- Gruppe in unserer AGSNRW wichtig sind:

Unternehmer*innen aus Handel und Handwerk

Erste Arbeits- Schwerpunkte sind:

  • Bürokratieabbau, insbesondere zu Gunsten kleiner Unternehmen
  • Gleichwertigkeit und Förderung Beruflicher Bildung
  • Vergaberecht

Für Anregungen und Beiträge sind wir immer dankbar.

Ansprechpartner*innen für die Arbeitsgruppe sind: 

  • Dipl. ing. André Brümmer

52078 Aachen

Mobil:015121219516

Mail: mail@nullandrebruemmer.de

  • Frank Slingerland

Düsseldorf

Mobil: 01717158476

Mail: frank@nullslingerland.de

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Wie aus der Krise kommen?

Auch das Handwerk ist von der Corona- Pandemie betroffen.

Welche Maßnahmen sollte der Staat ergreifen?

Dazu Garrelt Duin, HGF der IHK Köln:

Im Augenblick konzentrieren wir uns auf zwei Punkte. Zum einen braucht es öffentliche Investitionen, d.h. insbesondere die Kommunen müssen in ihrer Handlungsfähigkeit gestärkt werden. Zum anderen bedarf es einer Beschleunigung der Verfahren, besonders im Bau- und Vergabebereich. Wenn es zu dieser Beschleunigung nicht kommt, nützt auch das Geld nichts. 

Daraus ergeben sich Forderungen, die wir als AK Handwerk und Handel der AGSNRW als Antrag für die BuKo stellen sollten:

1.) Beschleunigte Vergabeverfahren, verbunden mit Erhöhung der Summe, bis zu der freieVergabe möglich ist, und die Aufteilung von Projekten in möglichst kleine Einheiten.

2.) Stärkung der Kommunal- Finanzen, um Investitionen zahlen zu können.

Einweiteres Thema, nicht „Corona“- bedingt:

Modellprojekt „City- Logistik“:

Die Idee:

Ein Anbieter, der die letzten Bereich (City) der Logistikkette in Städten bedient?

Darüber sollten wir diskutieren.

HWK Köln, 19.2.2020: Der Ehrenvorsitzende der AGSNRW, André Brümmer  nutzt ein Treffen mit Garrelt Duin(Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Köln) zu einem Interview.

10 Fragen an Garrelt Duin

André Brümmer: 1. Wir kennen uns noch aus der Zeit, bevor Du NRW- Wirtschaftsminister wurdest. Du wurdest 1998 als Rechtsanwalt zugelassen. Das Thema „Wirtschaft“ wurde Dir also nicht in die Wiege gelegt, oder?

Garrelt Duin: Als ich im Jahr 2000 Mitglied des Europaparlaments wurde, habe ich entscheiden, mich um die wichtigsten Fragen für meinen Wahlkreis zu kümmern. Das waren damals noch Schiffbau und die Automobilindustrie. Seitdem haben mich industrie- und wirtschaftspolitische Themen immer begleitet, im Bundestag und natürlich als Minister.

André Brümmer: 2. Als Minister hast Du versucht, alle Beteiligten, unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit einzubinden, um die jeweiligen Probleme zu lösen. Du bist seit Deiner Schulzeit SPD- Mitglied. Ist das ein Handicap bei Deiner jetzigen Tätigkeit?

Garrelt Duin: Man macht bessere Arbeit, wenn man viele Leute um sich hat, die die Besten in ihren Bereichen sind. Da kann die Parteimitgliedschaft kein Kriterium sein. Die Vollversammlung der Handwerkskammer hat mich einstimmig zum Hauptgeschäftsführer gewählt. Verbunden ist das mit der Erwartung parteipolitischer Neutralität bei öffentlichen Aussagen. Meine Herkunft oder Mitgliedschaft werde ich deswegen aber nie verleugnen.

André Brümmer:3.Was sind Deine Aufgaben als Hauptgeschäftsführer?

Garrelt Duin:  Ich steuere das Schiff. Wir sind 250 Beschäftigte, die Betriebe beraten, aus- und weiterbilden, sich um den Nachwuchs im Handwerk kümmern. Aber auch viele juristische Fragen und nicht zuletzt ordentliche Finanzen gehören zu meiner Verantwortung.

André Brümmer:4. Du bist jetzt mehr als ein halbes Jahr Hauptgeschäftsführer der HWK Köln. Was sind die größten Veränderungen im persönlichen Tagesablauf?

Garrelt Duin: Ich lebe jetzt in der Woche in Köln, während meine Familie noch in Essen ist. Das ist eine gewisse Umstellung, die wir aber zusammen gut meistern.

André Brümmer:5. Als Minister wurden Forderungen an Dich gestellt. Nun stellst Du die Forderungen. Aus dem Gejagten wurde ein Jäger. Macht das mehr Vergnügen?

Garrelt Duin: Ich habe weder das Gefühl des Gejagten noch das des Jägers je gehabt. In den Sachfragen muss ich auch meine Meinung nicht ändern. Ich habe mich als Minister immer sehr für das Handwerk eingesetzt, hatte es sogar im Namen des Hauses. (MWEIMH= Ministerium für Witschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk (Red.))Auch das Thema Bürokratieabbau stand für mich nicht nur in den Sonntagsreden. Ein Unterschied ist, dass ich früher Fördermittel ausgegeben habe, heute welche z.B. für unser Bildungszentrum beantrage. Da bin ich dann doch etwas zum  Jäger geworden.

André Brümmer:6. Was sind Deine Ziele in der neuen Funktion?

Garrelt Duin: Der größte Schritt muss bei der Digitalisierung gemacht werden. Da sind wir als Servicestelle für das Handwerk noch nicht gut genug. Und es muss immer klar sein, dass wir die Kammer in Köln sind aber eben nicht nur für Köln sondern für die ganze Region.

André Brümmer:7. In 2012 hast Du einen bundesweiten Ausgleich für die Kosten der Energiewende (auch zu Gunsten von NRW) gefordert, Bayern klagte damals gegen den Länderfinanzausgleich. Das Thema ist immer noch aktuell. Wer soll die Energiewende letztlich bezahlen:

  • Die Bürger über Steuern und Energiekosten?
  • Die Wirtschaft, und damit auch das Handwerk?
  • Oder welche Vorstellung hast Du dazu?

Garrelt Duin: Die Klima- und Energiewende ist zwingend erforderlich und mittlerweile ja gesellschaftlich auch von fast allen gewollt. Solche Umbrüche müssen dann auch von allen gestemmt werden, man darf die Verlierer dieses Weges nicht allein lassen. Deswegen bin ich schon der Meinung, dass alle über Steuern auch an der Finanzierung der Maßnahmen beteiligt werden müssen. Und Steuern sind immer auch entsprechend der Leistungsfähigkeit zu zahlen.

André Brümmer:8. Die Berufliche Bildung ist trotz aller Sonntagsreden von Politikern immer noch unterfinanziert, insbesondere im Vergleich zur Finanzierung der Akademischen Bildung. Die Akzeptanz des Handwerks ist auch noch verbesserungswürdig, trotz sehr guter Image- Kampagnen des Handwerks. Was ist zu tun?

Garrelt Duin: Wir kommen voran. Der Pakt der Landesregierung zugunsten der Bildungsstätten hilft uns sehr, die notwendigen Investitionen in die Infrastruktur zu tätigen. Damit bleiben wir auch technisch auf Höhe der Zeit. Außerdem sind Meister und Bachelor jetzt endlich auch gesetzlich gleichgestellt. Wir selbst haben die Aufgabe junge Menschen noch viel früher und viel genauer über die Perspektiven einer dualen Ausbildung und der Weiterbildung bis hin zum trialen Studium zu informieren. In der Vergangenheit haben wir zwar teure Broschüren gedruckt damit aber kaum jemanden wirklich begeistern können. Es braucht mehr Bezug zur Praxis schon in der Schule. Kein Abschluss ohne Anschluss (KAOA) war ja ein guter Ansatz, aber wir müssen gemeinsam mit allen Akteuren noch viel häufiger jungen Menschen die Möglichkeit geben, sich mit dem Handwerk konkret zu beschäftigen.

André Brümmer: 9. Die AGS hat sich in der Vergangenheit immer sehr für die Belange des Handwerks eingesetzt. Das hat zu guten Kontakten zwischen den Handwerksorganisationen und dem Handwerk geführt. Wie können wir diesen Kontakt pflegen oder sogar ausbauen?

Garrelt Duin: Ich habe das Engagement der AGS immer sehr geschätzt und stehe selbstverständlich gerne für diesen kontinuierlichen Austausch zur Verfügung.

Zur letzten Frage:

André Brümmer: 10. Das Jahr ist noch jung. Hast Du Vorsätze für das Jahr 2020?

Garrelt Duin: Vorsätze sind ja so eine Sache. Mit dem Rauchen aufhören, etwas Sport treiben, gesünder essen. Mal gucken, was so klappt. Aber einen Wunsch habe ich. Es wäre toll, wenn der 1. FC Köln und mein Verein, der HSV, ab dem Sommer wieder zusammen in der 1. Liga spielen würden.

André Brümmer: Ich danke Dir für das Gespräch und wünsche Dir viel Freude und Erfolg bei Deiner Arbeit.

 

Kommunen stärken, Planungs- und Baurecht- Verfahren straffen!

Die Arbeitsgruppe Handwerk hat zwei Anträge an den Vorstand der AGSNRW gesendet zur Beratung auf der Klausurtagung und zur Einbringung auf der Bundeskonferenz.

Sie sind nach Austausch mit Handwerksvertreter Garrelt Duin, NRW- Wirtschaftsminister a.D. entstanden.

Antrag von

AG Handwerk der AGSNRW

an die AGS- Bundeskonferenz                    27.07.2020

Länder und Bund müssen Kommunen in ihrer Handlungsfähigkeit stärken, um:

Öffentliche Investitionen zu ermöglichen

Digitale Infrastruktur der Kommunen auszubauen

 

Empfänger:

AGS- Bundeskonferenz

SPD- Fraktion in Bund und Ländern

Begründung

Die Finanzausstattung der meisten Kommunen war bereits vor der Corona- Krise unzureichend. Gerade die Kommunen, in denen ein erheblicher Investitionsstau bestand und besteht, konnten oft den zu erbringenden Eigenanteil zu Teilnahme an Förderprogrammen nicht aufbringen.

Durch die Corona- Krise brechen zusätzlich zur bestehenden Finanznot Gewerbesteuer- Einnahmen weg und Sozialleistungen steigen.

Um die Kommunen als örtliche Auftraggeber zu stärken, müssen sie durch die Länder und den Bund finanziell unterstützt werden.

Dieses Ansinnen wird auch von Garrelt Duin, NRW- Wirtschaftsminister a.D. und Handwerksvertreter als vorrangig bezeichnet.

 

Antrag von

AG Handwerk der AGSNRW                     27.07.2020

Länder und Bund müssen jeweils in ihrer Zuständigkeit Verfahren im Bau- und Vergabebereich beschleunigen, damit Hilfsmaßnahmen kurzfristig wirken

 

Empfänger:

AGS- Bundeskonferenz

SPD- Fraktion in Bund und Ländern

Begründung

Sonderprogramme aus Bund und Ländern können nur sehr verzögert umgesetzt werden, weil die Planungs- und Baurechtlichen Verfahren zu lange dauern.

Insbesondere Hilfsprogramme zu Corona- Zeiten bleiben so unwirksam.

Dieses Ansinnen wird auch von Garrelt Duin, NRW- Wirtschaftsminister a.D. und Handwerksvertreter als vorrangig bezeichnet